Rose Wolfgarten erzählt Grimms Märchen

Rose Wolfgarten: wer so einen Namen trägt und wenn der kein Pseudonym ist, dem bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als Märchen zu erzählen, und das tut sie mit Leidenschaft. Dabei hat sie sich den Märchen der Brüder Grimm verschrieben, – den Märchen, weil sie in unserer medienbestimmten Zeit eine uralte Form der geselligen Unterhaltung wieder erwecken will: lebendiges Erzählen gegen elektronische Konserven: – den Grimms, weil sie, Germanistin, die Schönheit der grimmschen Sprache, die stringente Struktur, die ökonomische unverschnörkelte Konsequenz des Aufbaus, die lakonische Genauigkeit und Treffsicherheit des Ausdrucks, den Rhythmus, die Dynamik, die Musikalität von Herzen bewundert. Deswegen erzählt Rose Wolfgarten ihre Märchen am liebsten erwachsenen Zuhörern. Kinder (die ja tasächlich nicht die ursprünglichen Adressaten der Märchen sind) sehen an erster Stelle den spannenden oder bewegenden Inhalt. Erwachsene können darüber hinaus die höchst artistische Machart und berührende Schönheit der Sprache wahrnehmen.

Rose Wolfgarten erzählt, wie die Alten es taten: wortwörtlich zwar, aber ohne die Barriere eines Buchs – direkt in die Augen und Ohren der Zuhörer.